Blickfang: Kaktusleder und modisches Vogelgezwitscher




"Wir haben uns überlegt, nachhaltige Labels an der Messe mit einem Kennzeichnen zu versehen", erklärte Carmen Fischer, Kommunikations-Chefin der Blickfang, während des Presserundgangs. "Dann stellten wir jedoch bald fest, dass sich dies erübrigt. Nachhaltigkeit ist genau jene Kompetenz, welche unsere Aussteller verbindet." So würden einige Labels auf regionale Produktionsstätten setzen, während andere mit der Wahl des Materials oder durch die Zusammenarbeit mit kleinen Manufakturen punkten.


Die Messe steht daher eigentlich schon ganz im Zeichen des Circular Monday, der als Gegenpol zum Black Friday für den 22. November lanciert wurde. So wurde auch der Verein "Support Small Labels" eingeladen, an der Blickfang verschiedene durchzuführen.


Daher findest du im Folgenden von den 160 Ausstellern der Blickfang auch nur eine winzige Auswahl aus fünf Labels, die mich dieses Jahr besonders überzeugten.



Blueroom

Quelle: Blueroom & L.Vollenweider



Für ihre kleineren Kinderzimmermöbel spannt Architektin Isabelle Winterhalder-Anderhalden mit einer bekannten Schweizer Institution zusammen: der Stiftung Brändi. Genau das sind die, die das Brettspiel "Brändi Dog" herstellen. Die Produktion der Betten und des runden Familientisch, der neu im Sortiment ist, wird von einer Schreinerei übernommen. Die Gemeinsamkeit der Möbel von Blueroom ist die zeitlose Design – gut lässt sich das Hochbett daher auch ruckzuck in ein einzelnes Gästebett oder eine Couch für Teenies verwandeln.



Fink und Star

Quelle: Fink und Star
Quelle: Fink und Star

Vor zehn Jahren lernte ich Nina Lehmanns Modelabel an der Blickfang kennen. Und als Besitzerin eines ihrer ersten Stücke kann ich die Langlebigkeit von Ninas Stücken nur zu gut bestätigen. Diese entstehen zum grössten Teil in ihrem Atelier in Zürich aus Restposten grosser Designer, handbedruckten oder eigens gefärbten Stoffen. So reihen sich bei Fink und Star auffällige Eyecatcher an chice Klassiker für den privaten und berufliche Alltag.



Mochil



Darüber gelesen hatte isch schon viel, gestern war jedoch das erste Mal, dass ich eine Tasche aus Kaktus-Leder (!!) in den Händen hielt. Dafür arbeitet Karina, Gründerin von Mochil mit einer jungen Firma in Mexiko zusammen. In die lateinamerikanische Handwerkskunst hatte sich die Zürcherin während ihres Studiums in Medellin verliebt. Zusammen mit ihrer Freundin Marina, die der Liebe wegen nach Mexiko auswanderte, lässt sie dort wunderschön verzierte Rucksäcke, Taschen und Clutches aus hochwertigen, langlebigen Naturmaterialien herstellen.



Andrea Baumann


Ihr Geschirr ist so filigran, dass es glatt einem Puppenhaus entsprungen sein könnte. Ihre Tässchen, Tellerchen und Schälchen baut die Österreicherin Andrea Baumann von Hand auf und versieht sie nach dem ersten Brand mit einem dekorativen feinen Goldrand oder vergoldet die Innenseite vollends. Die zarten Stücke sind einzeln oder als ganzes Teeservice erhältlich.



JBNG STUDIO


Es ist kein Zufall, trifft man an der Blickfang als erstes auf den Stand von Jonas Nussbaum und Birkan Gülöz. Ihr Designstudio JBNG hat nämlich den "Future Forward Award" gewonnen. Die Newcomer aus Köln widmen sich seit 2019 der Gestaltung von Möbeln und Wohnaccessoires – immer mit einem Twist zwischen Formschönheit und Funktionalität. Besonders angetan hat es mir persönlich ihr Kerzenständer, deren Teile sich beliebig arrangieren lassen.




Die Blickfang feiert dieses Jahr das 25. Jubiläum in Zürich und kann noch bis morgen Abend, 21. November 18 Uhr, besucht werden.


Und ich muss Dieter Hofmann, dem Gründer der Messe, Recht geben mit seiner Aussage: "Es ist schön nach einigen Jahren wieder hier zu sein". Die umgestalteten Decken und Wände des Kongresshaus ergänzen sich super mit dem neuen, leichteren Gestaltungs- und Messeauftritt der Blickfang.



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