Alle möglichen Tiere in 2D und 3D

Mit einigen Monaten Verspätung konnte dieses Wochenende die Designmesse Blickfang in Basel durchgeführt werden. Sechzig neue Designer waren dieses Mal dabei – siebzig bekannte. Überzeugt haben mich vor allem die hölzernen Werke. Ein kleiner Überblick.



Kyburz Made



Sie sind schon lange beliebt für Hochbeete: Die SBB-Palettenrahmen. Rainer Kyburz zeigt, dass diese aber für weit mehr wiederverwendet werden können. Als Gestell, Salontisch, Siedeboard oder Wäschekorb erhält das hochwertige Altholz in seiner Werkstatt ein neues Leben. Ebenfalls arbeiten er und sein Team mit Parkettlatten aus Lärche, Nussbaum, Eiche oder Mahagoni. Diese werden zu Gartenmöbel verarbeitet.


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SODE



Glockenärmel, Clochard-Hosen, gerade geschnittene Kleider. Die Kleidungsstücke von Carla Lehmann sind körperumspielend und doch figurschmeichelnd. Ausser einigen Stücken mit grossen Polka Dots, Karos oder Vichymuster ist ihre Kollektion in schlichten blassen Farben sowie Schwarz und Weiss gehalten. Genäht werden die Stücke von SODE im Nähwerk IDM in Thun, der Heimatstadt der Designerin, und im Tessin bei der Firma Punto 301, welche von drei jungen Frauen geführt wird.


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JA \ UND?



Kühe, Steinböcke, Schafe: Zugegeben, solche folkloristischen Motive lassen es mir vor allem in den kalten Monaten warm ums Herz werden. JA\UND? bietet auch alles was man für einen Raclette- oder Fondue-Abend braucht vom kunstvollen Käseschüfeli, Pfändliuntersetzer und Brotschneidebrett bis zur handlichen Pfeffermühle. Daneben gibt es schöne Lederwaren wie Schürzen, Agenden oder auch ein Pilzset. Alle Produkte werden in Handarbeit von Menschen mit einer Behinderung gefertigt.


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Kinisi AG



Ich glaube ich übertreibe nicht mit der Behauptung, dass wir uns selten nach neuen Lampen umschauen, da breites die Vorstellung, diese anbringen zu müssen, zu Schweissausbrüchen führt. Dem ist sich auch Silvan Wirth bewusst, weshalb er ein einzigartiges Click-System entwickelt hat, um die Lampenhalterung aufzuhängen. Auch der Leuchtkörper kann mit einem Handgriff von den Hängedrähten entfernt und so einfach gereinigt werden. Ein weiteres Technikschnippchen: Die Helligkeit der Lampe lässt sich via Sensoren mit den Händen steuern.


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Scout



Die handgefertigten Pfannenuntersetzern aus Filz und Topflappen von Scout haben schon lange Einzug in unseren Haushalt gefunden. Neu entdeckt habe ich jedoch, dass die Plattform auch eine breite Palette an Decken, Stofftierchen oder gefilzten Kunstwerken wie Finken und Mobiles für Kinder anbietet. Scout suchen weltweit nach altem Kunsthandwerk und traditionellen Handwerkstechniken und geht langfristige Kooperationen mit Fairtrade-Produzenten, Familienbetrieben und Werkstätten ein.


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Komana



Das Label von Livia und Nina Henne gehört seit Jahren zu meinen Favoriten, da es mit seinen Trägerinnen mitwächst. Zu ihren Leggings, Shirts und Kimonos aus Jersey gesellen sich heute feine Blusen, Wickelkleider und Marlene-Hosen aus biologischer Baumwolle und Peace Silk (Seide aus beschädigten Kokons von geschlüpften Raupen). Alle Muster werden von Livia von Hand gezeichnet und via digitalem Print wie auch traditionellem Hochdruck (Holzstempel) auf den Stoff gedruckt. Genäht werden sie unter Faire-Trade-Bedingungen im indischen Jaipur und in England.


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Gregetz



Aus dem elsässischen Plainfaing ist Martin Gregetz angereist. Er stellt aus heimischen Obst- und Edelhölzern Gestelle, Tische, Betten und Garderoben her. Sein luftiges und dennoch sehr stabiles Regelsystem Mina passt als schmale Variante gut ins Schlafzimmer und eignet sich in einer grösseren Ausführung auch wunderbar als Bücherregal. Noch spektakulärer finde ich aber die Garderobe Mia. Gefertigt aus einzelnen Streben erinnert es an eine Hecke aus der gleich ein Vogel geflogen kommt.


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Mobiglias



Unter dem Namen "Mobiligas" wurden letzten Frühling zwölf Jungdesigner zu einem Wettbewerb eingeladen – sechs davon wurden preisgekrönt. Alle Entwürfe wurden von Bündner Handwerksbetrieben für die Ausstellung umgesetzt. Besonders angetan war ich von zwei verspieltesten Teilen. Das eine, ein Entenpaar von Florian Hauswirth, und ein Schachspieltisch von Reinhold Faber – beide umgesetzt in einer Lehrwerkstatt in Samedan. Aber auch das Gewinnerstück von Fabian Weber hat es in sich. Sein Tisch wird mit einem ausgeklügelten System zusammengehalten, was jedes Bein einzeln höhenverstellbar macht.


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