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“Model – Ich ” von Eva Padberg

Wollten sie früher Prinzessinnen werden – träumen sie heute von Modelkarrieren

Bald steht er wieder vor der Tür, der „Elite Model Look Switzerland“. Gesucht werden Mädchen und junge Frauen im Alter von 14 bis 22 Jahren. Mindestgrösse 174 Zentimeter sind Bedingung, mit den restlichen Traummassen ausgestattet zu sein ist von Vorteil.


Dank Fernsehen und Klatschmagazinen glauben heutige Mädchen voll und ganz über den Model-Alltag Bescheid zu wissen. Doch sollten junge Mädchen die vom Laufsteg, teuren Designerklamotten und champagnergefluteten Partylocations träumen, die Nase besser raus aus den Lügenblättchen und dafür rein ins Buch des deutschen Models Eva Padberg stecken.

Ehrlichkeit ist der Feind der Medien und Massen


Warum nun gerade ein Model ein Buch schreiben muss, hat sich Eva Padberg selbst auch gefragt. Doch das sie eindeutig das Zeug zum Schreiben hat, entgeht einem auf den 147 Seiten ihres Buches, welches 2011 erschien, definitiv nicht. In den 41 Kapiteln von A wie Arschritt, über L wie Lustobjekt oder Q wie Quatsch zu Z wie Zukunft, erzählt Eva Padberg herrlich frisch und unverblümt über ihr Leben als Model, Tochter, Ehefrau, Musikerin, Schwester, UNICEF-Botschafterin und verhindertem Promi.

Sie nimmt kein Blatt vor den Mund wenn sie über die üblichen Shooting-Retusche-Methoden, wie Silikon-Einlagen – genannt Chicken Fillets – oder körpermodellierendes Klebeband redet. Sie schämt sich nicht dafür zuzugeben, dass sie es bevorzugt Business-Class zu fliegen, eine Putzfrau hat und einen separates Klamotten-Zimmer besitzt, jedoch froh ist fern ab von Glamour und künstlichem Promi-Getue zu leben. Dies beweist sie durch ihre sehr charmante, natürliche Art, welche zum Vorschein kommt, wenn sie darüber berichtet bei ihrer ersten „Bambi“-Moderation fast in die Hose gepinkelt zu haben, sich aber gleichzeitig nichts daraus macht nackt vor einer Kamera zu posieren oder von ihren beruflichen Tiefschläge erzählt, welche sie um ein Haar dazu veranlasst hätten ihren Modeltraum an den Nagel zu hängen.

Eva Padberg ist ein sehr charismatischer Mensch. Offen, ehrlich, intelligent, kreativ und glücklicherweise mit vielen Talenten gesegnet. Weshalb sie nicht nur als Model, sondern auch als Moderatorin im Fernsehen und als Sängerin an der Seite ihres Mannes von sich hören lässt. Natürlich hat es eine bekannte Modelgrösse einfacher nebst dem Modeln auch Moderations-Angebote zu angeln oder eine Musik-Karriere zu starten. Doch muss gesagt werden, dass Eva Padberg ihre Model-Karriere durch harte Arbeit und sicher nicht durch ihren Bekanntheitsgrad vorantrieb.


Ihr Buch „Model- Ich“ ist im Grossen und Ganzen gesehen eine gute Mischung zwischen eher sachlich beschriebenem Fachwissen und lockerflockiger Autobiografie. Es liest sich schnell und leicht. Unteranderem auch dank dem sehr hübsch gestalteten Layout. Der einzige Minuspunkt vergeb ich für die ständigen Themenwiederholungen in manchen Kapiteln.


Als krönenden Abschluss noch mein persönlicher Tipp für alle Fans von eher minimal gehaltener Musik – ich nenne es „Deep House“, sie selbst nennt es Techno – ist „Fluffy Cloud“ von Dapayk&Padberg, erschienen 2012 auf ihrer neusten Scheibe „Sweet Nothing“.